Geburtstagspost für Nele

Liebe Nele,
wir schreiben in dieses Blog immer sehr viel über alles Mögliche. Über Ausflüge, über Urlaube, über den alltäglichen Wahnsinn, der sich immer wieder herrlich ausbreitet. Doch nun ist es mal an der Zeit ein paar Zeilen nur für Dich zu schreiben und da Du nun schon fünf Jahre alt bist, ist es nicht mehr allzu lange hin und wir dürfen Dich mit Zahnlücke und Zuckertüte für das Foto, das Dich lebenslänglich verfolgen wird, posieren sehen.

Die Tage vergehen und genauso irgendwie auch die Jahre. Immer wenn ich für die Blogeinträge die digitale Bilderwelt durchstöbere, sehe ich Dich als Baby mit dicken, fetten Grübchen, keinen Zahn im Mund und kein Haar auf dem Kopf – doch das ist gar nicht mal so entscheidend – denn mit all diesen Bildern kommen Gefühle, Erinnerungen an so viele schöne Momente in mir auf, dass ich nur so vor Glück sprudeln könnte.

Dein ganzes Wesen hat mich schon immer fasziniert. Wie ein kleiner Flummi hast Du die Welt im Sturm erobert. Du hast mit 6 Monaten gesessen, mit 8 Monaten gekrabbelt und konntest mit 10 Monaten Deine Welt auf zwei Beinen erkunden. Alles war viel interessanter als langweilig im Essstuhl zu sitzen und diesen blöden Brei zu mampfen. Du und Dein Nuppi gegen den Rest der Welt – ganz klar, dass mit dieser Mundplastik die ersten Wörter etwas später kamen.

Dennoch war es schon immer Dein Wesen, sehr bedacht vorzugehen. Du bist nicht das Kind, dass „Tataaaaa! Hier bin ich!“ schreit. Du beobachtest schon immer ganz feinfühlig Deine Welt, die Menschen die an Dich herantreten und kannst wunderbar auf kleine Gefühlsregungen eingehen. Es ist dir nicht egal, wenn ein Kind auf der anderen Straßenseite hinfällt und weint – Du würdest gern hingehen und Trost spenden. Du freust Dich mit, wenn jemand lacht und am liebsten bringst Du kleine Babies selbst zum Kreischen wenn Du lustige Grimassen ziehst. Du handelst stets mit Vorsicht und einer gesunden Portion Skepsis. Deine Freunde lieben es mit Dir zu spielen – wer Dir gut tut, hat es gut mit Dir.

Nun kommt auch Dein kleiner Bruder in das Alter, in dem es möglich ist, ausgelassen Quatsch zu machen. Du stiftest ihn gut an, mit Dir nun ebenso neugierig die Welt zu bestaunen und mit ordentlich Leben zu füllen. Aber auch hierbei lässt Du Levi nie aus den Augen und pustest so manchmal ein kleines Aua weg. Du kannst es kaum erwarten endlich mit ihm Abenteuergeschichten zu lesen, zu basteln, gleichberechtigt Fange zu spielen und euch so zu verstecken, dass Levi nicht immer Dein zuletzt gewähltes Eckchen nimmt. Wir wissen nur zu gut, dass es nicht lange dauern wird, dass Dein kleiner Bruder seine große Schwester an die Hand nimmt und sagen wird: “Nele-Du zählst bis 20!“. Wir freuen uns dann in einer ruhigen Ecke im Park mit Dir und ihm, das ihr so ein tolles Team seid.

Wir sind sehr glücklich mit Dir, liebe Nele und finden es so schön wie alles gekommen ist. Du machst unser Leben um so viele Farben bunter und so manche einzelne Sekunde zu etwas ganz Besonderem. Jeden Abend wenn ich noch mal meinen Kontrollgang in eurem Zimmer beschreite, streiche ich Dir Deine Haare aus dem Gesicht, befreie Deine heissen Füsschen von den Socken, decke Dich noch mal fein zu, schiebe das Horn vom Filly-Pferd aus Deinem Auge (bei Deinem Bruder ist es der Propeller vom Hubschrauber) und küsse dich auf deine warmen Schlafbäckchen. Insgeheim entschuldige ich mich dabei für alle blöden Mecker- und Nervbemerkungen von mir, die ich am Tag hier und da mal von mir gegeben hab. Sie sind eigentlich völlig überflüssig, wenn man Dich dann abends so lieb und friedlich im Schlaf beobachten kann und im tiefsten Inneren weiß, dass du das beste Nelchen für uns bist und wir Dich lieben weil Du so bist wie Du bist.

Es gibt so viele Situationen, die ich manchmal aufschreiben will, weil sie ein urplötzliches Lachen in mir raus kitzeln – es aber doch immer wieder vergesse. Doch eine kleine Anekdote, die ich mir immer wieder in Erinnerung hole, will ich hier noch zum Besten geben, die Deinen kleinen Freigeist herrlich hervorhebt:

Als Du eines Nachts zu uns in Bettchen geschlichen kamst, warst du unstillbar hippelig. Du drehtest dich von links nach rechts, Deine Beine zappelten und ich war ziemlich genervt und habe Dir das in einer kurzen Ansage deutlich gemacht: „Nele, es ist mitten in der Nacht – bleib jetzt bitte einfach mal mit deinem Kopf auf einer Seite liegen und dreh Dich nicht immer um. Ich bin müde und will endlich schlafen!“
Ich ärgerte mich natürlich schon wieder über meinen Rüffler und lag dann noch etwas wach. Da stupste mich Dein Fingerchen an die Schulter und Du sagtest: „Mama, weißt du?! Ich bin auch ziemlich müde aber mein Kopf sagt immer, das er sich gern wieder umdrehen möchte!“
Ich musste so lachen, dass wir beide noch eine Weile rumalberten und danach von ganz allein eingeschlafen sind.

Ich will noch ganz oft mit Dir solche Momente erleben und freue mich auf das nächste Mal!

Du bist mein großer Schatz und ich bin so stolz auf die kleine Meerjungfrau, die ich heut
morgen mit einer Flasche Haarspray besprühter und toupierte Mähne, mit Glitzertattoos im
Gesicht, in die Faschingswelt des Kindergartens entlassen habe.

Deine Mama

 

Eines der ersten Fotos von Dir.

 

Die Welt entdecken ohne Grenzen.

 

Endlich sitzen.

 

Am Leben senkrecht teilhaben konntest du schon im August 2008.

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Schon immer fürsorglich zu Mensch und Tier.

 

Die Unzertrennlichen.

 

Immer und überall.

 

Endlich große Schwester.

 

Unsere Kirsche mit drei Jahren.

 

Der vierte Geburtstag.

 

Die hellen Herbsties Jr.

 

Fünf Jahre Nele.